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Fischadler
Der Fischadler

Der Fischadler ist der viert grösste Raubvogel in Schweden. Er kann eine Spannweite von bis zu 170 cm haben. Nur der Seeadler, der Steinadler und der Rotmilan. Der Fischadler brütet in ganz Schweden.

Das Weibchen ist bei allen Raubvögeln grösser als das Männchen. Beim Fischadler ist es sehr deutlich; das Weibchen wiegt im Schnitt 1,8 kg und das Männchen 1,4 kg. Die Ursache dafür ist nicht richtig klar, aber man vermutet das das Männchen kleiner ist um effektiver jagen zu können und das Weibchen muss grösser sein um Eier zu legen.

Er ist der Adler der sich am meisten von Fisch ernährt, egal ob Süsswasser-, Brackwasser- oder Salzwasserfische. Nur selten holt er sich andere Beute. Er lebt zum Beispiel von Brachsen oder Hechten. In vielen Gebieten besteht sein Futter auch aus Edelfischen.

Deutliche Geschlechterrollen

Die Aufgaben im Horst sind strikt eingeteilt. Das Männchen baut den Horst und jagt die Fische, das Weibchen legt Eier und ist für das Füttern der Jungen verantwortlich. Nach 2-3 Wochen sind die Jungen flügge und verlassen den Horst. Das Männchen ist nun alleine für das Füttern der Jungen verantwortlich.

Unsere schwedischen Fischadler sind Zugvögel. Die meisten ziehen in Überwinterungsgebiete in Westafrika. Mit Hilfe von Radiosender konnte man auf ihrem Weg zu ihren Überwinterungsstätten folgen. Die Länge der Reise variert stark, aber im Herbst legen sie ungefähr 7.000 km in durchschnittlich 45 Tagen zurück. Im Frühling reisen sie doppelt so schnell.

Jungen werden vertrieben

Das Weibchen und das Männchen kehren ungefähr um die gleiche Zeit, unter der ersten Aprilhälfte, zum Brutplatz zurück. Wenn sie in den letzten Jahren zusammen gebrütet haben kommen sie fast immer zum gleichen Brutplatz zurück. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sie andere Vögel am Brutplatz vorfinden, die sich dort in der Hoffnung, das die ehemaligen Bewohner nicht mehr wiederkehren, dort niedergelassen haben. In diesem Falle übernehmen die Jungvögel die Brutstätte und brüten dort zum ersten Mal. Kehren die alten Vögel aber zurück, werden die Jungvögel unmittelbar aus dem Horst vertrieben, so dass die Jungvögel ein weiters Jahr auf ihre erste Brut warten müssen.

Der grosse Horst, der meist aus einem Gemisch aus Zweigen und Erdklumpen besteht, wird oft auf der Spitze einer grossen Tanne gebaut.

Schon zwei Wochen nach der Wiederkehr, in der Regel um den 25ten April, legt das Weibchen drei Eier im Abstand von zwei Tagen. Dann beginnt die Brutzeit. Das Weibchen trägt die Hauptverantwortung, wobei das Männchen sie ablöst, damit sie fressen und ihr Gefieder pflegen kann. Nach ungefähr 35 Tagen schlüpfen die Küken. Das Weibchen kümmert sich nun ausschliesslich um die Fütterung.

Gegen Ende Juli ist es Zeit für den ersten Flug. Er wird durch ein zweiwöchiges intensives Flugtraining vorbereitet, indem die Jungen wild im Horst herumflattern und sich manchmal ein paar Meter über den Horst erheben. Die Jungen bleiben ungefähr 4-7 Wochen in der Nähe des Horstes und ernähren sich von dem Fisch, den das Männchen fängt. Während dieser Zeit verfeinern die Jungen ihre Flugtechnik und lernen zu fischen. Da das Weibchen den Horst verlässt kurz nachdem die Jungen flügge sind und das Männchen fast niemals da ist, ist es an den Jungen selbst diese Fähigkeiten zu erlernen.

Die Jungen ziehen sogar ganz ohne die Hilfe der Eltern gegen Ende August oder Anfang September. Sie verlassen den Horst und fliegen gegen Süden.

Zieht Schweden vor

Insgesamt gibt es ungefähr 30.000 Paare in der ganzen Welt, vor allem auf der Nordhalbkugel. In Schweden brüten ca. 3.000 Paare, was ungefähr die Hälfte von europas 8.000 Paaren ist.

Auch wenn dies die grösste Menge von Europas Fischadlern ist, hat sich die Anzahl der Tiere in den letzten Jahrzehnten verringert. Die Wissenschaftler wissen wenig über die Ursachen. Da sich der Fischadler hauptdächlich von Fisch ernährt, nimmt man an dass die Übersäuerung der Seen und Flussläufe eine Ursache sein kann, die das Angebot an Fisch verringert.
Auch verursachen Faktoren ausserhalb Schwedens den Rückgang, wie z.B. niedrigere Niederschlagsmengen, sowie Trockenlegungen von Süsswasserressourcen in den Überwinterungsstätten. Auch die Jagd und hohe Umweltbelastung kann lokal eine ernste Bedrohung darstellen.

Relativ furchtlos

Tatsächlich ist der Fischadler relativ furchtlos während der Brutperiode, wenn man die Störungen begrenzt. Am Empfindlichsten sind die Vögel kurz nach dem Ausbrüten, also Anfang Juni. Wenn die Jungen ungefähr 4 Wochen alt sind kann man am Horst im Prinzip fast alles machen, ohne das etwas geschieht (vorausgesetzt dass das Weibchen hier und da den Horst erreichen kann um die Jungen zu füttern). Während unserer Tour werden wir es möglichst vermeiden die Vögel zu stören.

Quelle: Dr. Mikael Hake Dozent an der Grimsö Forschungsstation